"Es ist wohl

kaum zu bezweifeln,

dass die Liebe zum Menschen beim Hund

zu einem

Instinkt

geworden ist."

Charles Darwin

 

 

An dieser Stelle möchten wir, wie vermutlich jeder "Conti" Liebhaber, uns von ganzem Herzen bei der Rassebegründerin, Imelda Angehrn für ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen bedanken!

Aber auch weiteren verantwortungsvollen Continental Bulldog Züchtern gehört Respekt gezollt.

Entstehung

Imelda Angehrn, die Begründerin der Rasse Continental Bulldog

Vermutlich ist Imelda damals nie davon ausgegangen, dass sie einmal in die kynologische Geschichte eingehen wird, schon gar nicht mit Bulldoggen! Ihr Züchterherz gehörte nämlich früher einmal den Neufundländern.

Erst nach vielen Jahren konnte ihr Mann Peter Angehrn sie dazu überreden einmal einen English Bulldog Züchter zu besuchen, denn Peter Angehrn wünschte sich schon länger einen English Bulldog.

Tja, wie wir alle wissen, kann man beim Anblick eines Bulldog Welpen nicht widerstehen und der erste English Bulldog, genannt Jonny, zog im Hause Angehrn ein. Natürlich sollte es nicht bei einem bleiben und so kam schnell noch ein Dame namens Hexli dazu.

Im Jahre 1966 feierte die Zuchtstätte "Pickwick" der schweizer Familie Angehrn dann ihr erstes Jubiläum und die ersten English Bulldog Welpen erblickten das Licht der Welt.

Die Gesundheit ihrer Tiere lag Imelda schon immer am Herzen und so versuchte sie einen leichteren Typ English Bulldog zu züchten, um die Atem- und Geburtsprobleme zu verbessern. Jedoch zeigten ihre Versuche nicht den gewünschten Erfolg.

Ihr wurde dieser Weg noch dadurch erschwert, dass viele dieser leichteren Hunde nicht zur Zuchttauglichkeit zugelassen wurden, weil ihnen auf Ausstellungen das "sehr gut" vergönnt wurde.

Als dann noch auf einer Bundessiegerausstellung der einzige leichtere, frei atmende Rüde disqualifiziert wurde, weil er nicht rassetypisch laufe, war für Imelda das Fass übergelaufen und sie beschloss grundlegend etwas zu ändern.

Zudem entfachte Anfang der 2000er Jahre in der Schweiz eine Diskussion über verschärfte Tiergesetze und Zuchtbestimmungen, welche die bestehende Europa-Konvention über Zucht und Haltung von Heimtieren ergänzen sollte. Anliegen der Erweiterung der Zuchtbestimmungen war es unter anderem „das Erzeugen und Halten von Tieren mit bestimmten Merkmalen, insbesondere Abnormitäten im Körperbau und Verhalten…“ zu verbieten. Somit waren verschiedene Hunderassen in ihrer Zucht gefährdet und in der Gefahr als offizielle Zuchtreihe zu verschwinden. Diese Gefahr sah Imelda auch bei dem English Bulldog.

 

Sie holte sich Rat bei ihrem Freund Doktor Hans Räber, sowie weiteren Kynologen und kam zu der Erkenntnis, dass Selektion alleine die Gesundheit des English Bulldog nicht maßgeblich verbessern wird. Lediglich durch Einkreuzen artverwandter Hunde würden die gewünschten Verbesserungen erzielt werden.
So bemühte Imelda sich in Zusammenarbeit mit namhaften Kynologen um die Bewilligung zur Kreuzung von English Bulldogs mit anderen Bulldog-Rassen. Die Motivation von Imelda war es einen mittelgroßen Bulldog zu züchten, welcher allen Tierschutzbestimmungen an einem gesunden Hund gerecht würde, um selbigen später wieder einzukreuzen.

Sorgfältig ausgewählte artverwandte Hunde wurden der Grundstein der Kreuzungswürfe, die im Jahre 2000 vom SKG vorläufig für drei Generationen bewilligt wurden.

Im Jahr 2001 fiel der erste Kreuzungswurf.

Die Ergebnisse in Bezug auf die Verbesserung der Gesundheit waren ein großer Erfolg.

Eine Rückkreuzung in den English Bulldog scheiterte jedoch an der ablehnenden Haltung durch das Standard gebende Land England. 

Auf Grund ihres Engagements wurde Imelda sehr schnell der gesamten English Bulldog Welt ein Dorn im Auge. Betitelt als Nestbeschmutzerin wurde sie häufig angefeindet und  schließlich einiger Ehrenmitgliedschaften enthoben.

Aber Imelda hielt weiterhin an dem Ziel fest gesunde Hunde zu züchten. 

Da die Resultate und Resonanz so groß waren, bewilligte der SKG im Jahre 2004 die Zucht der neuen Rasse unter dem Namen Continental Bulldog. Im selben Jahr wurde der Continental Bulldog Club Schweiz (CBCS) gegründet und schon 2005 wurde der Rassestandard, sowie die CBCS-Zuchtordnung vom SKG genehmigt.

Trotz der vielen Hürden, hat Imelda immer an ihr Ziel geglaubt, dieses eisern verfolgt und hatte am Ende doch Erfolg.

Werdegang

Für eine neue Rasse verlangt die FCI (Fédération Cynologique Internationale; der weltweit größte kynologische Dachverband) acht Blutlinien, die in den letzten drei Generationen keinen einzigen gemeinsamen Ahnen haben dürfen.

Um diese Vorgaben zu erfüllen, braucht es ein enormes Zuchtmaterial, viel Zeit und sehr viel Engagement.

All dies leistete die Familie Angehrn in Rekordzeit.

Bereits im Jahre 2011 legte Imelda persönlich dem Executive Director die FCI acht Ordner über die geforderten acht Blutlinien inklusive aller wissenschaftlichen Betrachtungen zu der Rasse Continental Bulldog vor, um die Rasse international anerkennen zulassen.

Aber die FCI , die ja an einem gesünderen Bulldog interessiert sein müsste, verzögert die Bewilligung aus unerklärlichen Gründen.

Im Jahr 2014 wurde der Antrag um Aufnahme des Schweizerstandards Continental Bulldog vom FCI-Vorstand dann leider negativ bewertet. Die eingereichten Unterlagen wurden in ihrer Bewertung als mustergültig betitelt. Obwohl SKG/CBCS in ihrer Begründung immer auf den Vergleich zur English Bulldogge bewusst verzichtet hatte, wurde dies jedoch von den zuständigen Kommissionen (Standard und Wissenschaft), wie auch dem Vorstand der FCI als abzulehnendes Argument verwendet. Trotz klarer Vorgaben, welche Voraussetzungen und Kriterien zu erfüllen sind, wenn ein Mitgliedsland ein Anerkennungsgesuch stellen will, gibt die FCI in ihrer Ausführung an, dass sie zurückhaltend mit der Anerkennung und Bestätigung von neuen Rassen ist.

Zu unserer großen Freude ist der Continental Bulldog

seit 2015 eine vom VDH national anerkannte Hunderasse. Nun liegt es ebenfalls an uns Züchtern den Typ, die Gesundheitswerte und das Wesen des Contis weiter zu festigen, um über die nächsten Generationen ein einheitliches Rassebild zu züchten.

Wir müssen verantwortungsvoll mit dem Lebenswerk von Imelda Angehrn umgehen und weiter gesunde, bewegliche Hunde von ausgezeichnetem Wesen züchten, in der Hoffnung, dass die Anerkennung der Rasse durch die FCI auf kurze Sicht gelingt.

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